Aus der Bergbaugeschichte Schönecks

Die höchstgelegene Stadt des Vogtlandes wurde von Geschichtschronisten stets als Ackerbürgerstädtchen bezeichnet, in dem hauptsächlich die Waldgewerbe ihren Mann ernährten. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert waren es die Handweber, die das städtische Handwerk dominierten. Dieser Erwerbszweig wurde von der Zigarrenindustrie abgelöst, die bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts das wirtschaftliche Leben der Stadt prägte.
Weitestgehend noch unerforscht ist hingegen das Kapitel der Bergbaugeschichte im Umland der Stadt Schöneck.

Erstmals hat sich um 1950 der Chronist Erich Seeling mit dem Schönecker Bergbau befasst. Er konnte in seiner Arbeit etwa 50 bergbauliche Anlagen in den Schönecker Wäldern nachweisen. Heute findet man in den Waldgebieten rund um den Erholungsort nur noch Reste von ehemaligen Bergwerken. Aber auch die noch vorhandenen Pingenfelder erzählen uns Geschichten aus einer Zeit, in welcher der geachtete Bergmann in harter Arbeit mit Schlägel und Eisen Erze aus den Tiefen der Erde förderte.

Eine erste schriftliche Quelle aus dem Jahre 1535 besagt, dass in diesem Jahr dem sächsischen Kurfürsten eine Aufzählung von acht Zechen vorgelegt wurde, die in Schöneck neu aufgenommen worden seien. Der damalige Amtmann von der Planitz schlägt vor, in Schöneck ein eigenes Bergmeisteramt zu gründen. Unter den Bergwerken befand sich auch die in der Wanderung 3 zu sehende „Kornaer Bauernzeche oder Leuchtmooshöhle“. Der Bergbau im unmittelbaren Umfeld der Stadt Schöneck erstreckte sich in der Hauptsache auf den Abbau von Eisenerz. Von den Anlagen „Drei Brüder Stollen“, „Friedrich August Stollen“ und „Joseph Fundgrube“ ist der Abbau von „Zinnstein“ überliefert.
Eine wichtige Rolle in der Bergbaugeschichte des Vogtlandes spielte im Mittelalter der kleine Waldort Kottenheide. Geheimnisvolle Sagen und Legenden ranken sich um die Ansiedlung. Venetianer, die im Volksmund als „Wahlen“ bezeichnet wurden, hatten dort angeblich reiche Gold und Silbervorkommen entdeckt. Urkundlich belegt ist, dass 1566 die Kottenheider sich an ihren Kurfürsten mit der Bitte um Errichtung einer freien Bergstadt mit allen üblichen Freiheiten wandten. Der Humanist, Pädagoge und Schriftsteller Paulus Niavis verlegte um 1485 den Schauplatz seines literarischen Werkes des Gottesgerichtes über den Bergmann nach Kottenheide. Im 15. Jahrhundert ist in Kottenheide die Wallfahrtskapelle St. Peter erwähnt. Sie verfiel in der Zeit nach der Reformation. Im Heimatmuseum Schöneck wird noch heute der Schlüssel zur ehemaligen Kapelle aufbewahrt.

Hatte man zu Beginn der bergbaulichen Tätigkeit im Vogtland auf eine lange währende und dauerhafte Ausbeute der Bodenschätze gehofft, so zeigte sich bald, dass der Bergbau hier nur auf den Abbau von Zinn, Kupfer und Eisenstein eine kurze Blütezeit erleben sollte. Die Förderung anderer Bergprodukte hat keine bedeutende Rolle gespielt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts ging der Bergbau seinem Ende entgegen. Lediglich der Abbau von Eisenerzen konnte zu jener Zeit noch eine Steigerung erfahren.

 

Der Gesteinsabbau
Im Mittelalter bestand die Stadt Schöneck fast vollständig aus Fachwerkhäusern. Die Bürger nutzten das für sie kostenlose Holz aus den Kommunwäldern zum Bau ihrer Häuser. Erst nach dem letzten Stadtbrand vom Jahre 1856 sah die Bauordnung der Stadt vor, dass alle Wohngebäude aus Steinen oder gebrannten Ziegeln hergestellt werden mussten. So wurden die bestehenden Steinbrüche erweitert und neue Quellen erschlossen. Im heutigen Stadtpark und im Steinbruch Haselmühle wurde grauwackenartiger Quarzit abgebaut, der in der Hauptsache als Mauerstein Verwendung fand.

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